Welche Arten von Kunststoffschlitten gibt es?
Der Markt bietet eine erstaunliche Vielfalt an Kunststoffschlitten, die sich in Form, Funktion und Zielgruppe deutlich unterscheiden:
Klassischer Bob
Der Bob ist der bekannteste Vertreter der Kunststoffschlitten. Er hat eine wannenförmige Sitzschale mit seitlichen Griffen und oft eine einfache Seilzuglenkung. Bobs eignen sich hervorragend für Kinder ab etwa 3 Jahren und bieten dank ihrer niedrigen Sitzposition eine gute Stabilität. Modelle wie der KHW Snow Fox oder der AlpenGaudi Alpen Space sind beliebte Vertreter.
Lenkbob
Lenkbobs besitzen ein Lenkrad oder einen Lenker und oft auch eine Bremse. Sie ermöglichen gezielteres Steuern und sind besonders bei Kindern ab 5 Jahren beliebt. Hochwertige Modelle wie der KHW Snow Star de Luxe oder Stiga Snowracer bieten echten Sportschlitten-Charakter.
Schneeteller und Poporutscher
Die einfachste und günstigste Variante: runde oder ovale Kunststoffschalen, auf denen man im Sitzen den Hang hinunterrutscht. Sie sind extrem leicht (oft unter 500 g), nehmen kaum Platz weg und kosten häufig unter 10 Euro. Ideal als Zweitschlitten oder für spontane Rodelausflüge.
Zipfelbob
Ein Sitzschlitten mit einem einzelnen Horn oder Zipfel an der Front, an dem man sich festhält und gleichzeitig lenkt. Der Zipfelbob ist kompakt, leicht und bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Er ist besonders wendig und eignet sich gut für kurze, steile Hänge.
Snow-Tubes (aufblasbare Schlitten)
Aufblasbare Reifen oder Ringe aus PVC-beschichtetem Kunststoff. Sie bieten ein weiches Sitzgefühl und dämpfen Unebenheiten, sind aber schwerer zu kontrollieren. Am besten geeignet für präparierte Tubing-Bahnen.
Vorteile und Nachteile von Kunststoffschlitten
Vorteile
- + Sehr leichtes Gewicht – einfach zu transportieren
- + Günstige Anschaffungskosten
- + Pflegeleicht und rostfrei
- + Große Auswahl an Formen und Farben
- + Sicherere Kanten als Metallschlitten
- + Kein Zusammenbau nötig – sofort einsatzbereit
Nachteile
- − Weniger langlebig als Holz- oder Metallschlitten
- − Kann bei extremer Kälte spröde werden
- − Geringere Belastbarkeit als Holzschlitten
- − Weniger traditionelles Rodelerlebnis
- − Nicht reparierbar bei Brüchen
Kaufberatung: Worauf achten beim Kunststoffschlitten?
Beim Kauf eines Kunststoffschlittens sollten Sie auf folgende Punkte besonders achten:
Material und Verarbeitung
Hochwertiger HDPE-Kunststoff (High-Density Polyethylen) ist deutlich bruchfester als einfaches Polypropylen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Wandstärke und saubere Verarbeitung ohne scharfe Kanten oder Grate. Markenprodukte von KHW, Stiga oder AlpenGaudi verwenden in der Regel hochwertigere Kunststoffe als No-Name-Produkte.
Belastbarkeit und Größe
Prüfen Sie die maximale Tragkraft: Einfache Bobs tragen oft nur 40–60 kg, während hochwertige Modelle bis zu 100 kg aushalten. Für Erwachsene oder gemeinsame Fahrten mit Kind sollte die Belastbarkeit mindestens 80 kg betragen. Die Sitzfläche sollte ausreichend groß sein, damit sich der Fahrer bequem setzen kann.
Sicherheitsausstattung
Besonders für Kinder sind folgende Sicherheitsmerkmale wichtig:
- Bremsen: Zwei seitliche Bremshebel oder eine zentrale Bremse verlangsamen den Schlitten zuverlässig.
- Griffe: Ergonomische, rutschfeste Griffe geben sicheren Halt.
- Sicherheitsgurt: Bei Modellen für Kleinkinder empfehlenswert.
- GS-Prüfzeichen: Vom TÜV geprüfte Schlitten erfüllen die Sicherheitsnorm EN 13899.
Lenkbarkeit
Für ältere Kinder und Erwachsene sind lenkbare Modelle deutlich sicherer, da Hindernisse umfahren werden können. Die Lenkung kann über Seilzug, Lenkrad oder Gewichtsverlagerung erfolgen. Lenkrad-Modelle bieten die präziseste Steuerung.
Preis-Leistung
Einfache Schneeteller gibt es bereits ab 5 Euro. Ein guter Bob mit Lenkung kostet 20–40 Euro. Premium-Lenkbobs mit Bremse und Lenkrad liegen bei 50–80 Euro. Generell gilt: Wer den Schlitten häufiger nutzt, sollte etwas mehr investieren – das Material ist robuster und die Fahreigenschaften deutlich besser.
Pflege und Lagerung
Kunststoffschlitten sind zwar pflegeleicht, aber ein paar einfache Maßnahmen verlängern die Lebensdauer deutlich:
- Nach dem Gebrauch: Schnee und Feuchtigkeit entfernen, Schlitten trocknen lassen. Stehendes Wasser kann bei Frost Risse verursachen.
- Lagerung: Am besten kühl, trocken und vor direkter UV-Strahlung geschützt lagern. Dauerhafte Sonneneinstrahlung macht den Kunststoff spröde und bleicht die Farben aus.
- Unterseite: Tiefe Kratzer auf der Gleitfläche erhöhen den Reibungswiderstand. Kleine Kratzer können mit feinem Schleifpapier geglättet werden.
- Kälte: Kunststoffschlitten bei extremer Kälte (unter -15 °C) nicht fallen lassen oder starken Stößen aussetzen – das Material kann dann brechen.
Kunststoff vs. Holz vs. Metall: Der Vergleich
| Eigenschaft | Kunststoff | Holz | Metall |
|---|---|---|---|
| Gewicht | Sehr leicht | Mittel | Schwer |
| Preis | Günstig | Mittel | Teuer |
| Haltbarkeit | 3–5 Jahre | 10–20 Jahre | 10+ Jahre |
| Pflege | Minimal | Regelmäßig | Gering |
| Für Kinder | Sehr gut | Gut | Gut |
| Geschwindigkeit | Mittel | Hoch | Sehr hoch |
| Lenkbarkeit | Oft integriert | Nur Gewicht | Variiert |
Fazit: Für wen eignet sich ein Kunststoffschlitten?
Kunststoffschlitten sind die ideale Wahl für Familien mit kleinen Kindern, die einen sicheren, leichten und preiswerten Schlitten suchen. Sie eignen sich besonders gut für gelegentliche Ausflüge, kurze Hänge und den Einstieg ins Rodeln. Dank der großen Auswahl findet sich für jede Altersgruppe und jeden Anspruch das passende Modell.
Wer dagegen regelmäßig auf langen Rodelbahnen unterwegs ist oder einen Schlitten sucht, der Jahrzehnte hält, sollte eher zu einem klassischen Holzschlitten greifen. Für sportlich ambitionierte Rodler kann ein Metallschlitten die bessere Wahl sein.
Unser Tipp: Investieren Sie in ein Markenprodukt mit GS-Prüfzeichen – die Qualitätsunterschiede bei Kunststoffschlitten sind erheblich, und ein paar Euro mehr beim Kauf bedeuten oft deutlich mehr Sicherheit und Langlebigkeit.
