Welche Arten von Holz-Lenkschlitten gibt es?
Lenkschlitten aus Holz unterscheiden sich vor allem in der Art der Lenkung und im Aufbau:
Hörnerschlitten mit Lenkung
Der Hörnerschlitten ist der Klassiker unter den lenkbaren Holzschlitten. Die nach oben gebogenen Hörner an der Front dienen als natürliche Lenkhilfe: Durch Ziehen an einem Horn lenkt der Fahrer den Schlitten in die gewünschte Richtung. Einige Modelle haben zusätzlich eine Seilzuglenkung, die mit den beweglichen Vorderkufen verbunden ist.
Davos-Schlitten mit Lenkaufsatz
Auf klassische Davoser Schlitten kann ein Lenkaufsatz montiert werden. Dieser besteht aus einem Lenkrad oder Lenker, der über Seilzüge mit den vorderen Kufen verbunden ist. So wird aus einem normalen Schlitten ein lenkbarer – eine praktische Nachrüstlösung.
Sportliche Lenkschlitten
Für ältere Kinder und Erwachsene gibt es sportliche Holz-Lenkschlitten mit tieferem Sitz, breiteren Kufen und ergonomischem Lenkmechanismus. Sie bieten höhere Geschwindigkeiten und bessere Kontrolle, erfordern aber auch mehr Erfahrung.
Lenkschlitten mit Bremse
Einige Modelle verfügen zusätzlich zur Lenkung über eine Fußbremse oder Seitenbremsen. Diese Kombination aus Lenken und Bremsen bietet das Höchstmaß an Kontrolle und Sicherheit auf der Rodelbahn.
Vorteile und Nachteile von Holz-Lenkschlitten
Vorteile
- + Präzise Steuerung – Hindernisse umfahren
- + Klassische Holzoptik und hochwertige Verarbeitung
- + Hohe Belastbarkeit und Langlebigkeit
- + Gute Gleiteigenschaften auf Schnee
- + Deutlich sicherer als unlenkbare Schlitten
Nachteile
- − Höherer Preis als einfache Holzschlitten
- − Schwerer als Kunststoff-Lenkbobs
- − Lenkmechanik benötigt gelegentliche Wartung
- − Holz erfordert Pflege (ölen, wachsen)
- − Nicht klappbar, sperriger Transport
Kaufberatung: Worauf achten beim Holz-Lenkschlitten?
Bei der Auswahl eines Lenkschlittens aus Holz sind folgende Kriterien besonders wichtig:
Holzart und Verarbeitung
Die besten Lenkschlitten bestehen aus Buche oder Esche – beides Harthölzer, die Belastungen gut standhalten. Die Oberfläche sollte glatt geschliffen und lackiert oder geölt sein. Achten Sie auf saubere Verbindungen und keine Splitterbildung.
Lenkmechanismus
Es gibt verschiedene Lenksysteme: Seilzuglenkung (häufigste Variante), Lenkrad mit Zahnstange und Gewichtslenkung über die Hörner. Für Kinder ist ein Lenkrad am intuitivsten, für sportliche Fahrer bietet die Seilzuglenkung mehr Gefühl für die Piste.
Kufen
Metallbeschlagene Kufen gleiten besser und halten länger als reine Holzkufen. Edelstahlkufen sind die beste Wahl, da sie nicht rosten. Die Kufen sollten austauschbar sein, damit der Schlitten lange genutzt werden kann.
Sicherheitsmerkmale
Für Kinder empfehlenswert: abgerundete Kanten, rutschfeste Sitzfläche und ein Zugseil. Modelle mit Bremse bieten zusätzliche Sicherheit. Ein GS-Prüfzeichen bestätigt die Einhaltung der Sicherheitsnorm.
Größe und Gewicht
Für Kinder reichen Modelle ab 80 cm Länge. Erwachsene und Familien, die zu zweit fahren möchten, brauchen mindestens 100 cm. Bedenken Sie, dass ein größerer Schlitten auch schwerer und sperriger wird.
Pflege und Wartung
Ein Holz-Lenkschlitten braucht etwas mehr Pflege als ein Kunststoffmodell:
- Holzpflege: Mindestens einmal pro Saison die Holzoberfläche mit Holzöl oder Holzwachs behandeln. Das schützt vor Feuchtigkeit und hält das Holz geschmeidig.
- Lenkmechanik: Die beweglichen Teile der Lenkung regelmäßig auf Leichtgängigkeit prüfen. Bei Bedarf Gelenke mit Silikonspray oder Wachspaste schmieren.
- Kufen: Metallkufen bei Bedarf mit feinem Schleifpapier glätten und dünn mit Kufenwachs einreiben. Das verbessert die Gleiteigenschaften erheblich.
- Schrauben: Alle Schrauben und Verbindungen vor der Saison nachziehen. Durch Vibrationen beim Rodeln können sich Schrauben lösen.
- Lagerung: Trocken und gut belüftet lagern, am besten aufgehängt. Nicht auf feuchtem Beton stehen lassen, da die Kufen sonst rosten und das Holz aufquellen kann.
Sicherheitstipps für Lenkschlitten
Lenkschlitten bieten zwar mehr Kontrolle, doch einige Sicherheitsregeln gelten trotzdem:
- Übung macht den Meister: Lassen Sie Kinder erst auf einem flachen Hang üben, bevor sie steilere Pisten befahren. Das Lenken erfordert Koordination.
- Freie Bahn: Auch mit Lenkung gilt: Nur losfahren, wenn die Bahn frei ist. Die Reaktionszeit reicht bei hohen Geschwindigkeiten nicht immer aus.
- Helm tragen: Besonders für Kinder und auf schnellen Bahnen empfehlenswert. Ein Skihelm bietet ausreichend Schutz.
- Nicht überladen: Die maximale Tragkraft nicht überschreiten. Ein überladener Schlitten lässt sich schwerer lenken und bremst schlechter.
- Regelmäßige Kontrolle: Vor jeder Fahrt die Lenkung kurz prüfen. Lose Seile oder klemmende Gelenke können gefährlich werden.
Fazit: Für wen eignet sich ein Holz-Lenkschlitten?
Holz-Lenkschlitten sind die ideale Wahl für Familien und sicherheitsbewusste Rodler, die den Charme eines klassischen Holzschlittens mit der Kontrolle einer Lenkung kombinieren möchten. Sie eignen sich besonders für längere Rodelbahnen und Strecken mit Kurven.
Für gelegentliche kurze Hügelabfahrten ist ein einfacher Davoser Schlitten ausreichend. Wer es besonders leicht und modern mag, greift besser zum Kunststoff-Lenkbob. Aber für das authentische Rodelerlebnis mit maximaler Kontrolle führt am Holz-Lenkschlitten kein Weg vorbei.
Unser Tipp: Achten Sie auf ein Modell mit Bremse – gerade auf längeren Rodelbahnen ist eine zuverlässige Bremsmöglichkeit Gold wert.
